Tired

Wieder mal ein alter Post. Enjoy.

Ich wache auf. Minuten vor der Wecker mich eigentlich aus meinem Schlaf holen sollte. Ich entschließe mich dagegen noch ein Wenig zu dösen. Stattdessen stehe ich auf, werfe den Wasserkocher an und steige unter die Dusche nachdem ich mich rasiert habe.
Das warme Wasser lässt mich langsam wach werden. Die Nacht war mal wieder viel zu kurz, aber ich zwinge mich jeden Morgen früher aus dem Bett. Heute habe ich außerdem noch eine Verabredung.
Während ich gerichtet vor dem Computer sitze und sinnlos durch das Internet surfe, trinke ich einen Tee. Heute keinen Kaffee. Mein Körper schreit nach Wasser.

Ich werde kurz vor dem Bahnhof abgesetzt. Der Weg dahin war stressig. Ich hatte irgendwie getrödelt. Für eine richtige Mahlzeit hat es nicht gereicht. Aber es wird schon gehen.
Die Ohren werden mit Kopfhörern versiegelt und ich versinke in meine Gedanken. Mein Körper findet schon allein zum Bahnsteig.
Keine Ahnung warum, aber mittlerweile fahre ich gerne Bahn. Es ist so eine schöne Zeitverschwendung. Anstatt mit dem Auto in die Stadt zu fahren, brauche ich so mindestens das Dreifache an Zeit. Davon abgesehen ist es natürlich viel billiger…

Ankommen und aussteigen. Ich habe noch geschlagene 40 Minuten Zeit bis zu meiner Verabredung. Dumm nur, dass die Züge nicht so fahren, wie ich es gerne hätte.
Um die Zeit zu verschwenden, schlendere ich durch die Innenstadt bis es endlich halb zwei ist.

Sie sitzt schon da. Schreibt etwas auf ihren Block.
Als ich mich ihr gegenüber auf den Stuhl setze, merke ich wie nur eine leere Hülle in dem Café angekommen ist. Meine Augen und Glieder sind schwer. Müde. Mein Augen scheinen sie anzusehen, aber in Wirklichkeit starre ich ins Nichts.

Smalltalk. Aber ich kann weder ihr noch mir richtig folgen. Ihre Worte kommen nicht bei mir an. Meine Antworten scheint jemand anders zu geben. Ich fühle mich ein Wenig unwohl. Es ist nicht nett mich ihr in diesem Zustand zuzumuten. Doch ich bin schon hier.

Nach einer Stunde ist alles vorbei. Die Straßenbahn bringt sie zurück in die Schule und ich wandere wieder zum Bahnhof.
Als mein Zug ankommt und ich mir zur Abwechslung einen Sitzplatz nehme, um ein Wenig in einem Buch zu lesen, wache ich auf. Es ist als ob ein Teil von mir in dem Zug sitzen geblieben ist. Nicht mit dem Rest ausgestiegen sondern weitergefahren und nun die leere Hülle wieder abgeholt hat.
Ich realisiere was passiert ist. Ich komme mir dumm vor… nur die Müdigkeit bleibt.

So long,
Seb

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